Die sieben Todsünden:

Sünde Nummer 1
Sünde Nummer 2
Sünde Nummer 3
Sünde Nummer 4
Sünde Nummer 5
Sünde Nummer 6
Sünde Nummer 7


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Todsünde Nummer 1

Schleichende Wasserverschlechterung durch mangelnde Wasserhygiene. Regelmäßiger Teilwasserwechsel schafft artgerechte Wasserbedingungen für Ihre Fische!

Schlechte Wasserbedingungen aufgrund von Mängeln in der Wasserhygiene (sogar Schweine werden unter besseren, hygienischen Umständen gehalten, wie viele Fische).

Sehr vielen Fischen werden durch Nachlässigkeit und Bequemlichkeit Wasserbedingungen im Aquarium zugemutet, die auf Dauer zu schweren Schädigungen ihres Organismus führen müssen! Zum Beispiel rangiert die "Bandbreite" der in der Süßwasser-Aquaristik gemessenen Leitwerte aufgrund mangelnder Wasserhygiene von 70 µ (Microsiemens) bis hin zu 7.000 µ!!!

Als Faustregel für den gemessenen Leitwert kann gelten: Ausgangswasserwert zwischen 200 und 700 µ + maximal 80 µ für den Wert im Aquariumwasser.

Ausgangswasserwerte unter der oben angegebenen Mindestgrenze oder über 700 µ sind schon problematisch und erfordern sehr viel Erfahrung sowie tiefgreifende Kenntnisse in der aquaristischen Wasserchemie, um hier noch erfolgreiche Aquaristik zu betreiben.

Der Mangel an regelmäßigem, ausreichendem Teilwasserwechsel äußert sich in einem Ansteigen - unter Anderem - des Leitwerts im Aquariumwasser. Der Ausgleich der Verdunstung wirkt sich ebenfalls erhöhend auf den Aquariumwasser-Leitwert aus.

"Zu Viel ist genauso schädlich wie zu Wenig"

Ein Wasserwechsel von 25 % (Prozent) des Aquariuminhaltes pro Woche reicht schon aus, um - vorausgesetzt das Ausgangswasser ist hierzu geeignet - für das Wohlergehen der uns anvertrauten Fische zu sorgen!

Bei einem 200 - Liter - Aquarium sind das 50 Liter Wasserwechsel in der Woche! Dies erfordert einen Zeitaufwand von allerhöchstens 5 Minuten (= 5 x 1 Eimer a 10 Liter). Pro Jahr (= 52 Wochen) ergibt dies einen Zeitaufwand von 260 Minuten, das sind 4,33 Stunden. Wer diese Zeit pro Jahr nicht aufbringen will oder kann, um seine Fische gesund zu erhalten, der sollte lieber auf ein Aquarium verzichten!

Bitte verwenden Sie beim Wasserwechsel immer ein geeignetes Wasseraufbereitungsmittel als wirksamen Schleimhautschutz für Ihre Fische.

Ihr Aquarium funktioniert um so besser, je regelmäßiger Ihre Pflegeleistung erbracht wird. Selbstdisziplin ist allen Haltern von Säugetieren oder Vögeln selbstverständlich, warum nicht auch allen Aquarianern?! Denken Sie an das regelmäßige, mehrmalige "Gassigehen" bei der Pflege von Hunden! Fische werden regelmäßig gefüttert, endet hier die Disziplin? Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel ist "des Bürgers erste Pflicht" im Umgang mit Fischen!

Selbstdisziplin aber auch bei der Fütterung! Futterreste verschlechtern die Wasserqualität!




Todsünde Nummer 2

Mangel an Filterhygiene und unzureichende Filtersysteme tragen zur Verschlechterung der Wasserqualität im Aquarium bei!


Versäumnisse in der Filterhygiene führen unweigerlich zur Verschlechterung der Wasserqualität. Die Keimzahl im Aquariumwasser erreicht gesundheitsschädigende Grenzen für die Fische (ein Freibad müßte bei solchen Werten augenblicklich geschlossen werden).

In den natürlichen Gewässern unserer Aquariumfische kommen Phosphat-, Nitrit- und Nitratwerte in solchen Höhen nicht vor. Krankheiten und Degenerationserscheinungen bei den Fischen sind die unweigerliche Folge schlechter Wasserwerte durch mangelnde Filterhygiene.

Ein Filter darf nicht zur "Sondermülldeponie" verkommen! Regelmäßiges Reinigen des Filters ist die Pflicht eines Aquarianers. Die monatliche Reinigung eines Aquariumfilters sofern es sich um das Fabrikat einer Markenfirma handelt und der Filter der Aquariengröße und den Bedürfnissen der Fische angepaßt ist - verlangt nicht mehr Zeit als 5 Minuten! Das macht pro Jahr gerade einmal eine Stunde aus! Mal ehrlich: wieviel Stunden am Tag sitzen Sie vor dem Fernseher?

Tragen Sie durch vernünftige Filterhygiene (in Verbindung mit einem regelmäßigen, wöchentlichen Teilwasserwechsel von 25 %) dazu bei, daß Ihre Fische sich bei Ihnen wohl fühlen!

Bitte verwenden Sie beim Wasserwechsel immer ein geeignetes Wasseraufbereitungsmittel als wirksamen Schleimhautschutz für Ihre Fische. Bakterienstarter helfen der "Natur auf die Sprünge"! Sie sorgen dafür, daß sich die Filterbakterien nach der Filterreinigung schnell vermehren und der Stickstoffkreislauf intakt bleibt.




Todsünde Nummer 3

Ausscheidungen von Fischen und vergammelnde Futterreste belasten das Aquariumwasser!

Die Ausscheidungen der Fische belasten das Aquariumwasser, die Fische schwimmen sodann buchstäblich "im eigenen Saft".

In den Einzugsgebieten von Trinkwasser ist das Ausbringen von Jauche verboten! Warum wohl? So wie der Mensch das Anrecht auf sauberes, reines Trinkwasser hat, wollen unsere Fische auch nicht ihren eigenen Urin trinken! Zugegeben, das sind harte Worte! Wenn man aber von Aquarianern hört, daß sie für die "Aufbereitung" des Aquariumwassers schließlich einen Filter installiert haben, der aus der "Jauche" wieder beste Wasserqualität "zaubert", sind deutliche Worte sicherlich am Platze.

Ein Filter hat die vordringliche Aufgabe Abfall- und Schmutzstoffe zu sammeln, das ist richtig! Bakterien und Pilze sorgen auf und in dem Filtersubstrat dafür, daß in der Oxidation organische Stoffe in sogenannte Endstufen des Stickstoffkreislaufes(Stickstoff) abgebaut werden. Mit der Beseitigung von Urin und anderen Belastungsstoffen oder der Denitrifikation solcher Endstufen haben sie jedoch meist nichts zu tun! Sonst wäre es möglich, mit einem Aquariumfilter aus Urin Trinkwasser zu filtern.

Fische müssen - wie die meisten anderen Lebewesen auch - Flüssigkeit aus der Umgebung aufnehmen, sie trinken das Wasser in dem sie schwimmen. Wie andere Lebewesen auch, scheiden sie diese Flüssigkeit, die dem Ausschwemmen von Stoffwechselschlacken dient, über Leber und Niere aus der Harnöffnung wieder aus. Die Harnausscheidungen - wie auch die Ausscheidungen der Verdauungsendprodukte aus dem Darmbelasten das Aquariumwasser und konzentrieren sich im Laufe der Zeit zu gesundheitsschädlichen Werten.

Nur ein vernünftiger Fischbesatz in Verbindung mit einer optimalen Filter- und Wasserhygiene kann eine schleichende Verschlechterung der Wasserqualität und damit der Lebensbedingungen unserer Fische verhindern. Natürlich spielt hierbei auch die Futtermenge eine gravierende Rolle.

Achten Sie deshalb darauf, daß keine Futterreste das Aquariumwasser zusätzlich belasten! Füttern Sie nie direkt aus der Futterdose, benutzen Sie einen sogenannten Futterspender (nur für Granulatfutter geeignet) oder zählen Sie die für Ihre Fische notwendigen Flocken in den Dosendeckel und schütten Sie diese sodann auf die Wasseroberfläche.

Ein Futterring verhindert, daß sich das Futter auf der ganzen Wasseroberfläche verteilt und für die Fische unerreichbar hinter der Dekoration verschwindet oder vom Filter aufgenommen wird. Ihre Fische gewöhnen sich sehr bald daran, das Futter aus dem Futterring anzunehmen. Abwechslung im Futter hält Ihre Fische gesund (nie große Dosen kaufen, lieber mehrere, sich ergänzende Futtersorten). Nur jeweils eine Futtersorte pro Fütterung verfüttern, dann die Sorte wechseln.





Todsünde Nummer 4

Was hat Salz in einem Süßwasseraquarium zu tun? Salzzusatz schafft lebensfeindliche Bedingungen für Süßwasserfische !


Salz gehört in ein Meerwasser-Aquarium und hat im Süßwasseraquarium nichts zu suchen. Auch als "Medikament" gegen Ektoparasiten ist Salz völlig ungeeignet und seit Jahrzehnten überholt.

Die Unsitte, Salz im Süßwasseraquarium zu verwenden stammt aus einer Zeit, in der es keine Medikamente zur Behandlung gegen Ektoparasiten und Hauttrüber gab. Daß die Zugabe von Salz für die meisten Süßwasserfische, vor allem aber für alle Wasserpflanzen auf die Dauer schädlich ist, trat damals vor den mäßigen Behandlungserfolgen zurück, es gab halt nichts anderes. Heute gibt es hervorragende Medikamente zur Behandlung gegen Ektoparasiten.

Salz (meist Kochsalz) bewirkt ein zusätzliches starkes Ansteigen des Leitwerts im Wasser über die stetig ohnehin erfolgende Erhöhung desselben durch Ausscheidungen der Fische, Endprodukte aus dem Stickstoffkreislauf, Einwaschung von Belastungsfaktoren aus der Umgebungsluft, etc. und erhöht damit auch die osmotischen Druckverhältnisse, auf welche die Zellmembran der Süßwasserfische nicht eingestellt ist.

Erfolgt kein regelmäßiger, wöchentlicher Teilwasserwechsel summieren sich die Werte und erreichen schließlich lebensfeindliche Bereiche. Der regelmäßige, wöchentliche Teilwasserwechsel macht nur Sinn, wenn dadurch die Wasserwerte optimiert werden. Salzzugabe bewirkt immer das Gegenteil.




Todsünde Nummer 5

Ungeeignetes Dekorationsmaterial kann zu Wasserbelastungen führen.

Das Aquarium als Mülldeponie! Ungeeignetes Dekorationsmaterial kann ebenso große Schwierigkeiten verursachen, wie gammlige Schmutzecken und faulende Futter- und Pflanzenreste.

Zugegeben, eine Muschel oder Koralle kann eine schöne Urlaubserinnerung sein, aber gehört sie ins Süßwasseraquarium? Der weitaus bessere Platz um solche Erinnerungsstücke aufzubewahren oder auszustellen ist ein Fach im Wohnzimmerschrank oder eine Vitrine! Im Aquarium stellen solche "Dekorationsstücke" nur belastenden Müll dar und bergen eine hohe Verletzungsgefahr für viele Fische. Diese "betrachten" die Aquariumdekoration ausschließlich
unter dem Blickwinkel der Versteckmöglichkeit oder nutzen sie zur Bildung von Reviergrenzen.

Was sogenannte "Mulmecken" anbelangt, so sind sie nicht allein unter dem Gesichtspunkt "Müll" zu sehen, bis zu einem gewissen Grade wirkt "Mulm in Maßen" (nicht in Massen!) stabilisierend und führt sogar dem Wasser wichtige organische Verbindungen zu. Im Übermaß ist Mulm jedoch genauso einzustufen wie gammlige Futter- oder Pflanzenreste, er wirkt sich negativ auf die Qualität des Aquariumwassers aus und führt über giftige Zwischenstufen im Stickstoffkreislauf zu belastenden Endstufen.

Saugen Sie daher regelmäßig beim Teilwasserwechsel auch überschüssigen Mulm und Reste von Futter oder verrottenden Wasserpflanzen ab. Sorgen Sie damit für die regelmäßige "Müllabfuhr" und "Müllentsorgung".




Todsünde Nummer 6

Das Aquarium ist kein "Chemiebaukasten"! Ihre Fische eignen sich nicht als Versuchobjekte für chemische Reaktionen!


Die unmäßige und unkontrollierte Dosierung aller möglichen Mittelchen nach dem "Trommelfeuerprinzip" eine Kugel wird schon treffen: Irgend etwas wird schon gegen irgendwas helfen und "Viel hilft viel"!

So interessant die Beschäftigung mit der Chemie ist, chemische Experimente sollten Sie mit Ihrem Chemiebaukasten durchführen, nicht mit Ihrem Aquarium und zu Lasten Ihrer Fische! Ihre Fische sind Lebewesen, die unter unsachgemäßer Behandlung leiden!

Halten Sie sich an die Empfehlungen Ihres Aquaristik-Fachmanns und vermeiden Sie unnötige Belastungen Ihres Aquariumwassers! Besonders im Krankheitsfalle sollten Sie einen Fachmann aufsuchen und um Rat fragen.

Wirklich wirksame "Allroundmittel" gegen alle möglichen Krankheiten gibt es nicht, auch in der Humanmedizin wird gezielt behandelt! Schildern Sie notfalls die erkannten Symptome, ein verantwortungsbewußter Fachmann wird nur bei eindeutigen Diagnosen zur Anwendung eines spezifischen Medikamentes raten.

Vor allem muß davon abgeraten werden, durch chemische Zusätze den pH-Wert des Aquariumwassers zu senken, ohne gleichzeitig die Werte der Karbonathärte zu überwachen. Gravierende pH-Wert-Schwankungen sind die Folge, unter denen Ihre Fische zu leiden haben.

Jede chemische Veränderung des Aquariumwassers hat ihre Folgen. Die Natur läßt sich nicht kopieren, daher Vorsicht in der Anwendung von Mitteln, die Ihnen den "Amazonas im Aquarium" versprechen! Ihre Fische sind kostbare Lebewesen, es ist daher unsere Pflicht für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen zu sorgen!




Todsünde Nummer 7

"Was für die Pflanze ideal - ist für den Goldfisch eine Qual!"

Mit Recht schreibt uns das Tierschutzgesetz die artgerechte Haltung von Tieren vor! Was - bitteschön - soll daran artgerecht sein, einen Goldfisch (oder andere Fische) in einem runden Glas zur Schau zu stellen? Jeder Fachmann weiß, daß solcherart gehalteneFische zu einem angsamen, qualvollen Tod verurteilt sind! Sicherlich will niemand ein Tier bewußt quälen, helfen Sie daher mit, ungeeignete Unterbringung von Fischen zu vermeiden!

Fische in einer "Goldfischkugel" sehen ihr Umfeld verzerrt und ins Riesenhafte vergrößert (Lupeneffekt). Die nach oben verengte Form verhindert einen ausreichenden Gasabtausch ( stark verkleinerte, nach oben verjüngte Oberfläche). Die runde Form läßt kaum die Unterbringung vernünftiger Aquarientechnik zu.

Ungeeignet ist aber auch die Unterbringung zu großer Fische in zu kleinen Aquarien oder ein Überbesatz an Fischen! Die Fahrt in einem vollbesetzten Bus endet schon nach wenigen Minuten oder zumindest nach absehbarer Zeit, trotzdem macht uns der durchlittene Streß noch Stunden, manchmal Tage zu schaffen! Wie - glauben Sie - fühlen sich Fische in einem überbesetzten Aquarium? Eine endlose Streßsituation, solange keine vernünftige Abhilfe geschaffen wird!

Menschliche Lebensgemeinschaften aus unterschiedlich zusammengesetzten sozialen Schichten funktionieren meist nicht! Was – glauben Sie – durchleiden Fische in einem Aquarium, die von ihren Bedürfnissen, ihrer Größe und ihrem Verhalten her nicht zusammenpassen?

Achten Sie darauf, wie groß die Fische, die Sie kaufen, in einem oder zwei Jahren werden! Auch wir waren einmal ganz klein, als wir auf die Welt kamen, niemand möchte sein Leben lang in der Wiege schlafen, die für die ersten Lebensmonate absolut geeignet war ihn als Säugling aufzunehmen. Ich kenne keinen Erwachsenen, der noch in seinem ersten Säuglings-Strampelanzug herumläuft!

Dies soll nicht heißen, daß man in einem 30 oder 50 Literaquarium keine Fische erfolgreich pflegen kann, die Fische müssen nur an die Aquariumgröße angepaßt sein! Ein Goldfisch, der gut 25 cm Länge erreichen kann, ist in einem Aquarium unter 1 m Länge nicht artgerecht untergebracht!

Ein kleiner Schwarm Rasbora maculata (ca. 2 cm groß werdende Zwergrasbora) dagegen macht sich hervorragend in einem gut bepflanzten 30 Literaquarium zusammen mit einer kleinen Gruppe von Corydoras pygmäus (Zwergpanzerwels). Dazu 3 bis 5 Zebragarnelen (maximal 3 cm groß werdend) und Sie haben ein attraktives Aquarium mit einem absolut passenden Fischbesatz, das Ihnen viel Freude bereiten wird!

Die Dimensionen müssen stimmen! Wenn Sie Ihr 30 Literaquarium fotografieren und Jeder dem Sie das Foto zeigen im Hinblick auf den Fischbesatz glaubt, ein 200 Literaquarium zu sehen, dann stimmt die Dimension des Aquariums mit dem Fischbesatz überein!

Fragen Sie einen Aquaristik-Fachmann um Rat! Er wird Ihnen helfen, Ihr Aquarium artgerecht mit Fischen zu besetzen!


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